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Raute

11/05: Kontaktforum "Oberflächenmodifikation von Biomaterialien"


Im Rahmen des Projektes „BIOMED Netz Unterfranken“ fand am 29.11.2005 im IGZ BioMed/ZmK in Würzburg ein Kooperationsforum zum Thema „Oberflächenmodifikation von Biomaterialien" statt. Die Kompetenzen auf diesem Fachgebiet in Nordbayern und die interfakultative Forschung zwischen Biologie, Chemie, Physik, Werkstoffwissenschaften und Medizin sind beispielhaft. Das Kontaktforum, das vom RSG Bad Kissingen in Zusammenarbeit mit der Firma AW-Biotech-Marketing organisiert wurde, sollte Gelegenheit geben, diese Kompetenzen kennenzulernen und mit möglichen Kooperationspartnern ins Gespräch zu kommen. Die Referenten aus den Regionen Würzburg, Erlangen/Nürnberg, Bayreuth und Regensburg gaben einen interessanten Einblick in die aktuellen Ansätze auf diesem Gebiet.

Durch die steigende Lebenserwartung und die Fortschritte in Medizin und Medizintechnik nimmt der Einsatz künstlicher Werkstoffe im Körper stetig zu. Diese Implantate müssen unter starken mechanischen Belastungen in aggressiver Umgebung ohne Qualitätsverlust über teilweise sehr lange Zeiträume funktionieren. Neben Körperverträglichkeit und Langzeitbeständigkeit sind vom Werkstoff zusätzliche Bedingungen zu erfüllen, die das Verhalten oder zumindest die vorhersagbare Wechselwirkung mit dem Körpermilieu an den Grenzflächen zwischen Biomaterial und Zellen bzw. Geweben betreffen. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Verfahren vorgestellt, mit deren Hilfe durch Modifikationen der Oberflächen von Titan-Werkstoffen die Biokompatibilität erhöht und gleichzeitig der Verschleiß minimiert werden kann. Auch weitergehende funktionelle Aspekte wie die Verwendung bakterizider Beschichtungen zur Minimierung einer Infektionsgefahr während und nach der Implantation oder der Einsatz biomimetischer Polymere zur Freisetzung von Wirkstoffen wurden berücksichtigt. Das Kontaktforum lieferte somit einen umfassenden Überblick über die Thematik der Modifikation von Biomaterialien und ermöglichte gleichzeitig einen Austausch zwischen den auf diesem Gebiet tätigen Wissenschaftlern und Unternehmen.


Vortragsprogramm:

  • Teil 1: Schwerpunkt Oberflächenfunktionalisierung von Materialien für die Orthopädie und den Dentalbereich















Prof. Dr.Ing. Roger Thull


Prof. Dr.-Ing. Roger Thull (Lehrstuhl und Abteilung für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde, Universitätsklinikum Würzburg):

„Funktionalisierte Werkstoffoberflächen für Anwendungen in Orthopädie und Zahnheilkunde“













Dipl.-Ing. Arno Glaser


Dipl.-Ing. Arno Glaser (Lehrstuhl für Werkstoffwissenschaften - Werkstoffkunde und Technologie der Metalle, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg):

„Kristalliner Diamant als Verschleißschutz für Titanimplantate“


Dr. Frank Müller (Lehrstuhl für Werkstoffwissenschaften - Glas und Keramik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg):

„Chemisch modifizierte Titanoberflächen“


Dipl.-Chem. Frank Heidenau (Friedrich-Baur-Forschungsinstitut für Biomaterialien, Bayreuth und BioCer Entwicklungs-GmbH, Bayreuth):

„Multifunktionell gegen Multiresistent: Antibakterielle, biokompatible Implantatbeschichtungen“













Dipl.-Ing. Mathias Galetz


Dipl.-Ing. Mathias Galetz (Lehrstuhl Metallische Werkstoffe, Universität Bayreuth):

"Tribologie und Oberflächenanalytik von modifiziertem UHMWPE im Hinblick auf einen Einsatz in künstlichen Gelenken"




  • Teil 2: Schwerpunkt Hart- und Weichgewebeersatz













Prof. Dr. Ing. Joachim Hammer


Prof. Dr.-Ing. Joachim Hammer (Labor für Werkstofftechnik, Fachhochschule Regensburg):

„Wenn das Skelett am Ende ist – Leben mit Werkstoffkompromissen“


Prof. Dr. Achim Göpferich (Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie, Universität Regensburg):

„Strategien zur Freisetzung von Wachstumsfaktoren im Tissue Engineering“



  • Teil 3: Schwerpunkt Oberflächenfunktionalisierung von Materialien im Blutkontakt

Prof. Dr. Dietrich E. Birnbaum (Institut für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der medizinischen Fakultät, Universität Regensburg):

„Oberflächen und Hämokompatibilität“













Prof. Dr. Ben Fabry


Prof. Dr. Ben Fabry (Lehrstuhl für Physikalisch-Medizinische Technik, Zentrum für Medizinische Physik und Technik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg):

„Mechanochemische Signaltransduktion in Zellen